Freitag, 23. Oktober 2015

Kaum ein Gedanke ist so originell, dass ihn nicht jemand anders auch schon gedacht hätte. Aber das haben Sie sich ja bereits selber gedacht, was?

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Was man alles so zusammenschreiben kann! „Thomas Malthus (1766-1834), der als einer der ersten Darwinsche Evolutionsgesetze auf die menschliche Gesellschaft übertrug“ — Malthus muss damit sogar besonders früh drangewesen sein, denn in seinem Todesjahr befand sich der 25-jährige Darwin noch an Bord der HMS Beagle. Darwins Auswertungen seiner Reise waren erst ab 1838 nachzulesen, sein Hauptwerk über die „Entstehung der Arten“ erschien gar erst 1859, ein Vierteljahrhundert nach dem Tod von Malthus. Wenn schon, dann hat also dieser jenen beeinflusst, nicht umgekehrt. Wie ja auch die evolutionistische Ideologie eine Projektion der kapitalistischen Verhältnisse auf das Tier- und Pflanzenreich ist, wodurch sich eine „Übertragung“ biologischer „Gesetze“ auf die menschliche Gesellschaft erübrigt.

Sonntag, 18. Oktober 2015

Aufgeschnappt (bei einem Spanier)

La masa arrolla todo lo diferente, egregio, individual, calificado y selecto. Quien no sea como todo el mundo, quien no piense como todo el mundo, corre el riesgo de der eliminado. *


José Ortega y Gasset (9. Mai 1883 — 18. Oktober 1955)

* Die Masse überwältigt alles, was anders ist, was ungewöhnlich, individuell, hervorragend und etwas Besonderes ist. Wer nicht ist wie alle Welt, wer nicht denkt wie alle Welt, läuft Gefahr, ausgelöscht zu werden.

Freitag, 16. Oktober 2015

Das Wort „Anreize“ finde ich abscheulich. Reden wir von Menschen oder von Laborratten?

Seltsam. Geschrieben wird „verteilen“. Und ich lese immer „vereiteln“.

Manche tun so, als sei, was man „Flüchtlingskrise“ nennt, eine Art Angriff auf Europa. Es ist aber keiner. Ich bedaure das.

Die Hinzukommenden sollen sich den schon Vorhandenen anpassen statt umgekehrt. Ganz schlechte Idee. Deutsche Deutsche gibt es schon genug. (Und deutsche Österreicher mehr als genug.)

Ich war noch nie in Syrien oder Somalien und weiß also nicht aus eigenem Erleben, was die Leute dort so für eine „Kultur“ haben. Aber ich war schon ein paar Mal in Deutschland und Österreich und dachte mir oft: Da geht noch was. (Um’s freundlich zu formulieren.)

Ich hör immer „Grenzen schützen“. Vor wem oder was denn bitte? Vor unbewaffneten Männer, Frauen und Kindern? Vor menschlicher Not?

Sonntag, 4. Oktober 2015

Samstag, 3. Oktober 2015

Zum Feiertage

Tag für Tag sind in Deutschland zwei Dinge zu hören. Erstens, dass das Grundgesetz eine wunderbare Sache ist. Zweitens, dass Ausländer sich an die Gesetze halten müssen. Beides ist nicht falsch. Aber dann kommt alle naselang gerade von jemandem, der eben noch das Grundgesetz bejubelt und auf der unbedingten Geltung der deutschen Rechtsordnung bestanden hat, der Vorschlag, so ein bisschen am Grundgesetz herumzubasteln und das eine oder andere Grundrecht ein bisschen einzuschränken. (Derzeit in der Diskussion: das Grundrecht auf Asyl.) Recht muss Recht bleiben, aber wir ändern die Gesetze, wie es uns gefällt. Wie das zusammenpasst? Ganz wunderbar. In Deutschland liebt man Vorschriften über alles, sieht aber ihren Zweck ausschließlich darin, dass andere sich daran halten müssen.